Zahlen und Fakten
Eineinhalb Jahre seit dem Start, hat sich das Projekt etabliert und kann eine äusserst positive Bilanz aufweisen. Zwar haben die Anmeldungen etwas abgenommen, dafür sind die zu bearbeitenden Fälle umfangreicher und komplexer geworden.
Mittlerweile haben wir rund 180 Fälle bearbeitet. Davon konnten über 80 positive Abschlüsse verzeichnet werden. Das heisst rund 80 junge Menschen haben mit der Unterstützung durch das Mentoring eine Lehrstelle oder eine andere Anschlusslösung gefunden.
Zurzeit sind rund 30 Tandems an der Arbeit. An dieser Stelle einige erfreuliche Beispiele: Ein Mentor, welcher eine eigene Firma hat, hat sich während seiner Betreuungs-Arbeit entschlossen, extra für seinen Schützling eine Lehrstelle zu schaffen. Es handelt sich um eine Maurer-Lehrstelle. Leider hat sein Schützling diese Chance nicht wahrgenommen und hat sich auf Druck seiner Eltern dazu entschlossen, weiterhin von der Sozialhilfe zu leben. Trotzdem, die Lehrstelle besteht und kann nun anderweitig vergeben werden. Ein anderer Mentee hat durch seinen Mentor eine Praktikumsstelle erhalten. Der junge Mann hat während seines Praktikums so gut gearbeitet und die Verantwortlichen überzeugt, dass nun für ihn eine Lehrstelle geschaffen wurde. Wenn alles gut geht, beginnt der Mentee im Sommer 08 die Lehre als Mechapraktiker. Besonders erfreulich sind auch jene Teams, bei denen der Jugendliche seine Wunschlehrstelle findet und diejenigen welche den Kontakt zur Mentorin oder zum Mentor auch nach Beendigung des Tandems aufrecht erhalten.
Leider mussten aber auch einige Teams aufgelöst werden. Da war zum Beispiel der Junge, der unbedingt ins Brückenangebot aufgenommen werde wollte, dann eine Absage erhielt und sich der Mentor entsprechend stark eingesetzt hat, dass er doch noch aufgenommen wird. Kurz vor dem Ziel musste der Junge dann mit den Eltern in sein Heimatland auswandern. Nun muss er also in einer für ihn fremden Umgebung seinen weiteren Lebensweg planen. Oder da war die Meldung eines Mentors, dass sein Schützling total „abgehängt“ hat, in seiner eigenen Welt lebt und sich total aufgegeben hat. Auch die väterliche Unterstützung durch den Mentor sowie das Coaching des Mentors durch eine vom Mentoring gestellte Fachperson hat hier nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Es ist nicht selbstverständlich, dass sich durch die Zusammenarbeit im Tandem Erfolg einstellt, denn zahlreiche Jugendliche kommen mit schwierigen und komplexen Ausgangslagen zu uns. Viele sind durch die bisher erfolglose Lehrstellensuche entmutigt. Viele von ihnen bringen zudem Mehrfachbelastungen mit, bedingt durch den Umstand, dass sie oft bei mehreren Ämtern oder Institutionen angemeldet und sogar betreut werden. Das führt vielfach schnell zu einer einer emotionalen Überforderung.
Trotzdem, alle positiven Rückmeldungen geben uns Auftrieb und bestätigen, dass mit der Unterstützung der Mentorinnen und Mentoren, die Ziele doch nicht ganz aus den Augen verloren gehen und sich das „dran bleiben“ auf jeden Fall lohnt. Von allen bearbeiteten Fällen sind 53% Schweizer und 47% Ausländer. Ein Mentee wird durchschnittlich während 180 Tagen von einer Mentorin oder einem Mentor betreut.


