Medienmitteilung: Aus Abbruch wird Zukunft – der Thurgau stärkt den Baustoffkreislauf

Mineralische Bauabfälle sind wertvolle Rohstoffe. Damit sie im Kreislauf bleiben, müssen sie nach dem Rückbau aufbereitet und wieder eingesetzt werden. Eine neue Broschüre des Amts für Umwelt des Kantons Thurgau, des Thurgauischen Baumeisterverbands und von Baustoff Kreislauf Thurgau zeigt, wo und wie Recyclingbaustoffe in der Baupraxis eingesetzt werden können.

Mineralische Recyclingbaustoffe haben sich in der Bauwirtschaft etabliert. Ihr Potenzial wird jedoch noch nicht überall ausgeschöpft. Das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, der Thurgauische Baumeisterverband und Baustoff Kreislauf Thurgau wollen den Einsatz deshalb weiter fördern. Eine neue Broschüre zeigt Bauherrschaften, Planenden und Unternehmen auf, welche Recyclingbaustoffe sich für welche Anwendungen eignen.

«Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn der Kreislauf tatsächlich geschlossen wird», sagt Martin Eugster, Chef des Amts für Umwelt. Rückbau- sowie Aushub- und Ausbruchmaterial sollen möglichst vollständig verwertet werden. Damit können natürliche Rohstofflager geschont und gleichzeitig knapper Deponieraum eingespart werden. Der Kanton unterstützt den verstärkten Einsatz von Recyclingbaustoffen unter anderem mit dem Baustoffrecycling-Konzept und dem Massnahmenplan Klima.

Mit der neuen Broschüre steht nun ein praktisches Hilfsmittel für die Baupraxis zur Verfügung. Die Verwendungsempfehlungen basieren auf den geltenden gesetzlichen, technischen und normativen Grundlagen und zeigen auf, welche Recyclingbaustoffe sich für welche Anwendungen im Hoch- und Tiefbau eignen. Vergleichbare Verwendungsempfehlungen verfolgen auch auf nationaler Ebene das Ziel, die Einsatzmöglichkeiten von Recyclingbaustoffen verständlich aufzuzeigen.

«Die Broschüre schafft eine einfache und einheitliche Orientierung für die Praxis», erklärt Thomas Imhof, Präsident von Baustoff Kreislauf Thurgau. Recyclingbaustoffe seien längst mehr als ein Nischenprodukt. Besonders bei Beton, Kiesgemischen und Asphalt bestünden grosse Potenziale. Gleichzeitig müssten Qualität, Normen und Wirtschaftlichkeit stimmen. «Nicht Recycling um jeden Preis», bringt Imhof die Haltung der Branche auf den Punkt.

Auch für die Bauwirtschaft beginnt der Recyclingkreislauf bereits bei der Planung. «Entscheidend ist, dass sich Planer und Bauherren frühzeitig mit den Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzen», sagt Mathias Tschanen, Präsident des Thurgauischen Baumeisterverbands. Die Bauwirtschaft sei daran interessiert, mineralische Reststoffe wieder in den Kreislauf zu bringen und als qualitativ hochwertige Baustoffe einzusetzen. Die Broschüre soll dazu beitragen, das Wissen und das Vertrauen in diese Produkte weiter zu stärken.

Mit der gemeinsamen Initiative soll der Weg vom Rückbau über die Aufbereitung und das Recycling bis zum Wiedereinsatz konsequenter beschritten werden. Denn erst wenn Recyclingbaustoffe wieder in Bauprojekten eingesetzt werden, wird aus Recycling eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.














Bildlegende: Setzen sich gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit im Bau ein: Mathias Tschanen, Präsident Thurgauischer Baumeisterverband (links), Thomas Imhof, Präsident Baustoff Kreislauf Thurgau (Mitte) und Martin Eugster, Chef Amt für Umwelt Kanton Thurgau (rechts).

Urheber Bild: Luna Janssen, TGV

Medienmitteilung von Baustoff Kreislauf Thurgau vom 08. September 2026

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