Thurgauer Baumeister-Präsident stösst sich an ausserkantonalen Vergaben

Mathias Tschanen sähe es gerne, wenn der Kanton weniger öffentliche Aufträge ausserkantonal vergibt. Baudirektor Dominik Diezi entgegnet, rund 70 Prozent der Vergaben für öffentliche Bauten gingen bereits in den Kanton Thurgau.

«Für die Bauwirtschaft war das vergangene Geschäftsjahr in unserem Kanton sicher anspruchsvoll, aber weitgehend positiv.» Das sagte Mathias Tschanen, Präsident des Thurgauischen Baumeisterverbandes, an der Generalversammlung. Unter den Gästen waren Nationalrätin Diana Gutjahr, Präsidentin des Thurgauer Gewerbeverbandes, Regierungsrat Dominik Diezi und Bernhard Salzmann, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes.

«Die Auftragslage präsentiert sich insgesamt erfreulich stabil, obwohl die grösseren und imageträchtigen Kantons- und Bundesaufträge, vor allem im Hochbau, leider ausserkantonal vergeben wurden», sagte Tschanen. Die persönlichen Kontakte mit den Mitgliedern zeigen ihm auch auf, dass diese Einschätzung von den meisten geteilt werde. Er und seine Mitglieder erhoffen sich insbesondere von der neuen Kantonsbaumeisterin in diesem Bereich eine starke Besserung.

Schleppende Bearbeitung der Deponie-Notstände
Erfreulich ist für Tschanen, dass die Indikatoren auch für die nähere Zukunft eine stabile Entwicklung voraussagen. Gespannt ist er vor allem auch auf die Aufgaben- und Verzichtsplanung (AVP) des Kantons: «Die Auswirkungen von mangelnden Investitionen und zurückhaltendem Unterhalt könnten sich als ein Bumerang für unseren Kanton erweisen.» Als anhaltendes Problem nennt er die schleppende Bearbeitung der Deponie-Notstände: «Lange Vorarbeiten und wenig Unterstützung seitens des Amtes für Umwelt führen vermehrt zu ungewollten Transportwegen ins nahegelegene Ausland, in benachbarte Kantone oder gar bis in den Aargau.»

Der Präsident ist überzeugt, dass die Bauwirtschaft in den nächsten Jahren weiterhin massgeblich zur volkswirtschaftlichen Prosperität im Kanton beitragen wird. Regierungsrat Dominik Diezi bezeichnet das Baugewerbe als eine der wichtigsten Branchen im Kanton und freut sich, dass diese laufend nachhaltiger wird. «Wir hoffen, auf der Verkehrsachse im Thurtal auf allen Ebenen Verbesserungen erzielen zu können, und bemühen uns um weitere Verbesserungsvorschläge im Langsamverkehr», versichert er. Gemäss seinen Aussagen gehen 70 Prozent der Vergaben für öffentliche Bauten in den Kanton Thurgau.

Rücktritte und Wahlen
Im Zusammenhang mit der Auflösung der Regionalgruppen treten folgende Mitglieder aus dem Vorstand zurück: Walter Ilg, Rolf Kunz, Dirk Fenners, Urs Schatt, Caterina Contartese und Kevin Kollbrunner. Neu in den Vorstand gewählt wurde Mathias Vetsch; die weiteren Bisherigen wurden bestätigt. Auf den zurücktretenden Chefexperten QV Maurer, Rolf Kunz aus Ermatingen, folgt Christian Meyerhans.

Thurgauer Zeitung, Donnerstag, 18. Mai 2026

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